Stressfreie Ernährung nach Brendan Brazier

Uns allen ist bewusst, welch negativen Einfluss Stress auf unsere Stimmung, unsere Gesundheit und unser Leistungsvermögen hat. Doch wenn wir uns daran machen, den Stress zu reduzieren, beschränken wir uns meist darauf, das Arbeitspensum zu reduzieren und öfter mal auszuspannen. Kein falscher Gedanke – doch wir können viel mehr tun. Denn es ist nicht nur wichtig, wie wir unsere Energien einteilen, sondern auch, in welcher Form wir Energie gewinnen, heißt: was wir essen.

Mit diesem Problem hat sich der kanadische Triathlet Brendan Brazier in seinem Buch „Vegan in Topform“ ausgiebig beschäftigt. Ihm ging es darum, eine Ernährung zu finden, mit der er sportliche Höchstleistungen erbringen kann, dabei aber seinen Körper nicht überbeansprucht. Ihm ist es wichtig, sich möglichst schnell wieder von der körperlichen Anstrengung zu erholen – denn wer häufig trainieren kann, der erbringt schneller bessere Leistungen. Wenn der Körper außerdem lernt, bei körperlicher Anstrengung auf seine Fettreserven zurückzugreifen, so kann er länger durchhalten. (Schmelzende Fettpolster sind natürlich auch willkommen.) So hat Brazier die „Thrive-Diät“ entwickelt – eine Ernährung, die sich vor allem auf Rohkost und vollwertige Nahrungsmittel konzentriert und dafür Zucker, Weißmehl, Kaffee und tierische Produkte aus dem Speiseplan streicht.

Brazier geht davon aus, dass etwa 40% des Stresses, den ein westlicher Durchschnittsbürger empfindet, auf seine Ernährung zurückzuführen ist  – einerseits durch ungesunde Nahrungsmittel, andererseits durch einen Mangel an Nährstoffen, durch die der Körper stressanfälliger ist. Schuld sind vor allem raffinierte Lebensmittel wie Zucker, Weißmehlprodukte und schädliche Fette, wie sie geballt in Fertigprodukten vorkommen (ja, auch in veganen Fertigprodukten!). Dieser Stress kann sich negativ auf die Psyche auswirken und zu Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel (insbesondere auf Süßigkeiten, Gebäck und fettiges Fast-Food) sowie Unkonzentriertheit führen.

Ausführlich erklärt Brazier seine Definition von Stress in diesem Video (in englischer Sprache):

Weitere Videos zur Thrive-Diät findet ihr in Braziers Youtube-Kanal

„In unserer hektischen, schnelllebigen Welt versinken wir in einem Überangebot nährstoffarmer Lebensmittel“, erklärt Brazier. Sie sind praktisch, weil schon fertig zubereitet, aber sie haben Gesundheitsprobleme und erhöhte Krankheiten verursacht. Weil sie wenig Vitalstoffe enthalten, meinen wir, wir müssten mehr und mehr davon essen, um satt zu werden. Aufgrund unserer Ernährung mit raffiniertem Zucker und vielen Kalorien sind wir übergewichtig und kraftlos geworden.“

Die Thrive-Diät erfordert weniger biologische Ressourcen – weniger Energie geht in die Verdauung – weshalb der Körper weniger gestresst ist. Zudem ist sie besonders nährstoffreich, was ebenfalls zur Stressreduzierung beiträgt. Auch Sport ist ein wichtiger Bestandteil, da der Körper unter körperlicher Betätigung seine Zellen schneller erneuert als im Ruhezustand – und so biologisch jünger ist.

Was sich durch die Thrive-Diät verbessern soll:

  • Körperfett wird besser als Energielieferant genutzt
  • bessere Schlafqualität, daher geringe Energiedefizite
  • weniger Heißhunger auf Junkfood
  • Wegschmelzen der Fettpolster
  • weniger Gelenkentzündungen
  • klareres Denken
  • geringes Verlangen nach Stimulanzien (wie Kaffee) als Energielieferant
  • verbesserter Aufbau magerer Muskelmasse
  • rasche Erholung nach sportlicher Betätigung
  • niedrigerer Cholesterinspiegel
  • stärkere Knochen
  • verbessere Hautstruktur

Hauptbestandteil der Thrive-Diät ist (mit rund 45%) ballaststoffreiches Gemüse, das roh oder bei niedriger Temperatur gekocht gegessen wird. Braten und Frittieren sollte man möglichst meiden, da dadurch zu viele Nährstoffe verloren gehen. Schnelle Energie liefert frisches Obst, das pur, in Smoothies oder – gemischt mit Nüssen oder Pseudogetreide – in Form von Energieriegeln gegessen wird und 20% der Ernährung ausmacht. Nebenbei: Braziers Rezepte für Energieriegel sind großartig, sie schmecken viel frischer als die Riegel, die nur aus Trockenfrüchten und Nüssen bestehen.

Auch Hülsenfrüchte, Samen und Pseudogetreide spielen eine wichtige Rolle, sie werden in Energieriegel und Smoothies gegeben oder bilden – mit Nüssen und Ölen (hauptsächlich aus Hanf und Kokosnuss) – die Basis für selbstgemachte Burger oder Pizza. Stärkehaltiges Gemüse wie Kartoffeln und Kürbisse sowie Vollkorngetreide wird nur in kleinen Mengen verzehrt und bildet mit einem Anteil von 5% die Spitze der Ernährungspyramide.

Seine Ernährungspyramide erklärt Brazier in folgendem Video mit eigenen Worten (mit deutscher Übersetzung). Nebenbei räumt er mit vielen Mythen über die vegane Ernährung auf:

Braziers „Vegan in Topform“ schließt mit vielen Rezepten, die beliebig abgewandelt werden können, wenn man die einfachen Grundprinzipien erst einmal verstanden hat. Einzige Minuspunkte bei der deutschen Ausgabe sind die Übersetzungsfehler (Carob-Pulver bzw. Johannisbrotmehl wird fälschlicherweise als Johannisbrotkernmehl bezeichnet, worauf der Verlag mit einem Aufkleber aufmerksam macht) und einige falsche Seitenverweise, dank derer man oft vergeblich nach einem bestimmten Rezept sucht. Trotzdem ist das Buch sein Geld wert, da man viel über eine stressfreie und gesunde Ernährung lernen kann. In Kürze erscheint außerdem ein Kochbuch von Brendan Brazier: „Vegan in Topform – das Kochbuch“.

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Ein Gedanke zu „Stressfreie Ernährung nach Brendan Brazier

  1. Pingback: Glutenfreie, vegane Pizza | bee vegan

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