Grüne Banken

Bemüht um ein ethischeres Leben (und inspiriert durch Leo Hickmans Buch „Fast nackt“) habe ich beschlossen, mein (spärliches) Vermögen einer sozial-ökologischen Bank anzuvertrauen. Es gibt nicht viele ethische Banken in Deutschland, doch ihr Portfolio deckt die Dienstleistungen einer üblichen Bank ab – unter dem Versprechen, dass das Geld nicht in Massentierhaltung, Tierversuche, Waffenhandel oder Menschenrechtsverletzungen investiert wird. Kann ich also nur unterschreiben.

Neben einigen Kirchenbanken, die zumeist für die Mitarbeiter und Einrichtungen der Kirchen tätig sind, gibt es vier deutsche Anbieter: Triodos, GLS Bank, Umweltbank und Ethikbank.

Meine Wahl fiel auf die GLS Bank, weil die Internetseite klar verständlich aufgebaut ist, die Zentrale in Bochum ist und es mich anspricht, dass ich direkt auswählen kann, in welchen Bereich mein Geld investiert werden soll. Da der Bereich Ernährung auch (Bio-)Tierhaltung umfasst, werde ich mich wahrscheinlich für Bildung sowie Soziales entscheiden und kann so beispielsweise den Analphabetismus in Nepal bekämpfen (ein Pluspunkt, weil wir das Land ja bereits besucht und liebengelernt haben), Arbeitsplätze und Wohnanlagen für Menschen mit Behinderung oder ein Geburtshaus unterstützen.

Abgesehen von der grünen Philosophie ist die GLS Bank eine ganz normale Genossenschaftsbank und Mitglied im Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken sowie deren Sicherheitseinrichtungen. Geld abheben kann man kostenlos an 18.500 Geldautomaten der Volks- und Raiffeisenbanken und der Sparda-Bank. Neben Standardfinanzprodukten wie Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen bietet die Bank auch spezielle Investmentfonds an, die nur in Firmen und Projekte investieren, die nach ökologischen und sozialen Kriterien geprüft und für geeignet befunden wurden. Kredite an Unternehmen und Institutionen werden mit Namen und Summe in der Kundenzeitschrift sowie im Internet veröffentlicht. Wer will, kann auf seine Zinsen von vornherein verzichten. Diese Spenden gibt die Bank dann in Form zinsgünstiger Kredite an gemeinnützige Einrichtungen weiter.

Egal für welche Bank ihr euch entscheidet – ich finde, diese Form des Finanzwesens ist wirklich eine Überlegung wert. Noch sind die ethischen Banken kaum bekannt in der Bevölkerung. Doch das wird sich bald ändern, meint Triodos-Geschäftsführer Georg Schürmann im Gespräch mit „enorm“. „Aus der momentanen Nische wird ein Segment, ethische Banken werden so bekannt wie Biolebensmittel heute“, sagt er. Eine Prognose, wie lange das dauert, will er nicht abgeben. Aber: „Ethische Banken sind absolut krisenfest. Wenn wir eins gelernt haben in der letzten Zeit, dann, dass dieses Modell den anderen überlegen ist.“

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