Die verlorenen Muhs

„Finde das Muh!“ heißt ein Gewinnspiel der Marke Müllermilch. Drei Muhs sollen sich versteckt haben, in den Bechern der Müllermilch. Auf das Muh hat die Firma ein Preisgeld von je 50.000 Euro ausgesetzt. Unter Kuhfreunden sorge diese Kampagne für einige Aufregung, denn sie haben längst viel mehr als drei Muhs gefunden, witzelt die vegan lebende Autorin Hilal Sezgin in der „Berliner Zeitung“. Und nimmt die Kampagne zum Anlass, über das wahre Leben von Kälbern und Kühen zu berichten (bzw. auf Muh-Suche zu gehen).

Besonders traurig ist die Geschichte einer Kuh, die vier Kälber zur Welt gebracht hatte und keines behalten durfte – die Milch wurde schließlich für die Menschen gebraucht! Dann gebar sie ihr fünftes Kalb auf der Weide und auch dieses wurde ihr weggenommen. Dennoch geschah etwas Merkwürdiges, berichtet Sezgin:

„Nie enthielt ihr Euter die 40 Liter Milch, die man nach der Geburt von ihr erwartete. Jeden Morgen und jeden Abend war ihr Euter fast leer. Bis der Bauer der Kuh eines Tages auf die Weide folgte und beobachtete, dass sie noch ein weiteres Kalb geboren und im angrenzenden Wald versteckt hatte. Dieses sechste Kalb war das erste, das sie je säugen durfte. Zehn Tage lang. Glaubt etwa jemand, dass der Bauer ein Einsehen hatte? Nein, er nahm ihr auch dieses Kalb weg.“

Viele weitere Muhs hat die Autorin gefunden – aber das Preisgeld verlangt sie nicht. „Das dürfen Sie gern behalten, solange Sie nur allen Kühen ihre verlorenen und gestohlenen Muhs zurückgeben. Und vor allem natürlich die Kälber, ihre Kinder.“

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