Presseschau: Auch Veganer sind sexy

Der letzte Scheiß vom Neandertaler, Peitschen aus Fahrradschläuchen und Vegetarier, die sich gegenseitig zerfleischen: Die Presseschau zeigt, wie vielseitig das Thema Veganismus inzwischen in der Presse thematisiert wird. Vorbei sind die Zeiten, in denen Veganer nur als Ökos in Birkenstock-Latschen gesehen wurden, jetzt kommt „Germany’s Sexiest Vegan“. Ein Rückblick auf die Berichterstattung der letzten sieben Tage.


Meinung: Verschenktes Reflexionspotenzial

Urs Hafner sagt den Veganern in der „NZZ“ nach, dass sie „von den realen ökologischen Zusammenhängen und den Gesetzlichkeiten der Natur nicht viel mehr verstehen als der gierigste Fleischesser“. Der auf Fleischersatz fokussierte Veganismus verschenke sein Reflexionspotenzial, „weil er nicht zum Nachdenken über die menschliche Kultur anregt – im Sinne der vom Menschen gestalteten Lebenswelt, in der Menschen, Tiere und Pflanzen koexistieren müssen, in der gefressen, ernährt und verzehrt, in der geboren und gestorben wird“, schreibt er und beweist damit, dass er selbst des Reflektierens nicht mächtig ist.

Vegetarier zerfleischen sich untereinander, hat ein amerikanischer Psychologe herausgefunden. Ethisch motivierte Vegetarier hielten die gesundheitsbewussten für „selbstsüchtig“, „langweilig“ und „unzureichend radikal“.

„Meine Hunde streicheln, aber Rinder essen – wo ist da die Logik?“, fragt der vegane Tierschützer Udo Eppinger im Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“. 

Eine vegetarische Schülerin berichtet in  der „Badischen Zeitung“, warum sie auf Fleisch verzichtet: „Wenn man sich erst einmal wirklich dazu entschlossen hat, ist es eigentlich ganz leicht.“

Sogar bei der „Bild“ hat man mittlerweile verstanden, dass es „absolut nicht okay“ ist, bei Massentierhaltung wegzusehen und Vegetarier als Spinner zu bezeichnen. Das zumindest lässt die Boulevard-Zeitung die Philosophin Dr. Rebekka Reinhard erklären.


Buntes: PETA sucht Germany’s Sexiest Vegan 2014

„Schon lange ist vegane Ernährung kein Thema mehr nur für Ökos mit Birkenstock-Latschen – Veggie oder vegan leben ist voll okay!“, findet ProSieben. Woher die Erkenntnis? Immer mehr Stars und Sternchen leben vegan.

Oscar-Gewinner Jared Leto wurde von PETA USA zum „sexiesten Veganer“ unter den Promis gewählt. In der weiblichen Kategorie siegte Schauspielkollegin Ellen Page.

Die deutsche Abteilung der Tierschutzorganisation ist derweil noch auf der Suche: „Das Image des blassen ‚Körnerfressers‘ ist schon lange überholt“, findet PETA und ruft dazu aus, über „Germany’s Sexiest Vegan 2014“ abzustimmen.


Gesundheit: Der letzte Scheiß

Die Stiftung Warentest hat das Thema vegane Ernährung unter die Lupe genommen, geht aber kaum ins Detail und verlässt sich auf die Meinung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: „Veganer sollten ihre Nahrung bewusst zusammen­stellen. Nur vegan essen ist nichts für Säuglinge und Kinder.“

„Viele Deutsche können nicht mehr kochen“, warnt Hans Hauner, Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin, im Interview mit „Spiegel Online“. Eine mögliche Lösung aus seiner Sicht: Hauswirtschaftslehre an Schulen wieder einführen – für Mädchen wie für Jungen.

Über den „letzten Scheiß vom Neandertaler“, berichtet „Zeit Online“: Alte Kot-Reste beweisen, dass unsere Vorfahren gerne Grünzeug aßen.


Tierrecht: Dem Zoo geht es an den Kragen

„Die Zookritik tritt in ein neues Stadium“, heißt es in der „FAZ“. „Beinharte, juristisch hochgerüstete, kampagnenerfahrene, international vernetzte Tierrechtler hätten die Mittel und den langen Atem, „den deutschen Zoo in die Knie zu zwingen“.


Veganes Leben: Essen, Schlafen, Liebe machen

In Augsburg gibt es immer mehr Angebote für Vegetarier, berichtet die „Augsburger Allgemeine“ und stellt Restaurants und Veganer vor.

Vegane Kondome und Peitschen aus Fahrradschläuchen: Sara Rodenhizer verkauft in Berlin veganes Sexspielzeug und bietet Workshops zu Menstruation und Oralsex an. Die „Berliner Zeitung“ stellt das Konzept vor.

„Vegetarische Hotels sind auf dem Vormarsch“, findet die „Bunte“ und wirbt für das Portal veggie-hotels.de.

„Genuss trifft Nachhaltigkeit“

Jeden Tag häuft die Weltbevölkerung 3,5 Millionen Tonnen Abfall an – und es wird immer mehr. Wenn wir uns nicht ändern, wird sich die tägliche Menge bis 2025 verdoppelt haben, prophezeien Wissenschaftler. Die Auswirkungen auf unsere Erde sind verheerend: Kunststoffe bilden in den Ozeanen gewaltige Müllstrudel, werden zu winzigen Partikeln zerrieben und dann von Fischen, Seevögeln, Schildkröten und anderen Meeresbewohnern geschluckt. An Land sind Müllkippen eine Gefahr für das Grundwasser und die Verbrennung des Abfalls belasten Boden und Luft.

Dagegen kann jeder etwas tun, glauben Susanna Bollmann und Jan Maack. Nicht nur, indem wir es vermeiden, Müll zu produzieren, sondern auch, indem wir alten Materialien neues Leben einhauchen. Und so wurde die Idee eines grünes Upcycling-Café im Herzen von Köln geboren, das sich für den Umwelt-, Klima- und Naturschutz einsetzt. Die Einrichtung soll zu mindestens 90% aus Upcycling-Materialien bestehen und alle im Nature cUP angebotenen Snacks und Desserts sind selbstverständlich vegan. Um das Projekt finanzieren zu können, haben die beiden eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext gestartet. Wer die beiden unterstützen möchte, bekommt eine Kaffee- oder Tee-Spezialität oder eine Kaffee-Flatrate, ein veganes Kochbuch oder gar einen privaten Kochkurs mit Vegan-Koch Surdham Göb. Im Interview erklären sie ihr Konzept und geben Tipps für eine nachhaltige Lebensweise.

Team

Susanna Bollmann und Jan Maack wollen mit ihrem Café Nature cUP „einen Platz schaffen, wo man Genuss und Nachhaltigkeit verbinden kann“.


Wie kann ein Café die Welt verbessern?

Wir sind der Meinung, dass jeder etwas tun kann, um die Umwelt zu schonen. Es fängt an bei der Verwendung von Ökostrom in der eigenen Wohnung an, geht über den Einsatz von Upcycling Möbeln bis hin zur Wertschätzung von Lebensmitteln im eigenen Kühlschrank. Unsere Idee ist es, mitten in der Stadt einen trendigen Ort zu schaffen, wo Genuss auf Nachhaltigkeit trifft. Das Ziel ist es, dass unsere Gäste in einer besonderen Location bei einer Tasse Kaffee nebenbei etwas für die Umwelt tun, indem sie unser Cafe besuchen. Um das zu erreichen, besteht unser Cafe zu 90% aus nachhaltigen Materialien. Es ist ein großes Versprechen und auch eine große Aufgabe, dieses auch einzulösen.

Welche Rolle spielt die Ernährung für die Umwelt? 

Die Ernährung spielt eine erhebliche Rolle. Der Konsum von Fleisch zieht nachweislich Unmengen an CO 2 mit sich. Deshalb möchten wir unseren Gästen ausschließlich vegane Snacks und Desserts anbieten. Es wird zum Beispiel eine riesige Auswahl an gesunden Zutaten an unserer Müslibar geben, an der man sich, ähnlich wie bei Salatbars, sein Müsli selbst zusammenstellen kann. Wir sind sehr stolz auf die selbst konzipierte Bar und sind gespannt, wie sie bei unseren Gästen ankommt.

Warum habt ihr euch für eine Crowdfunding-Finanzierung entschieden?

Wir möchten, dass unsere zukünftigen Gäste das Gefühl haben, ein Teil dieses Projektes zu sein, denn so ist es letztendlich auch. Wir finden die Idee, Projekte gemeinsam zu finanzieren fantastisch! Wir selbst haben uns schon oft an Crowdfunding Projekten auf verschiedenen Plattformen beteiligt und haben beobachten können, wie kreative und große Dinge daraus entstehen.

Für die Unterstützung gibt es ganz unterschiedliche Dankeschöns. Unter anderem ein Platz an einer Ehrentafel in unserem Cafe, die Vermietung unserer Location für private Feiern oder eine Kaffee- Flatrate. Es ist uns wichtig, dass auch Unterstützer, die nicht aus der unmittelbaren Umgebung kommen, etwas Schönes in Form eines Dankeschöns bekommen. 

Mit dem Café wollt ihr auch zeigen, wie man nachhaltiger und umweltschonender leben kann. Welche Tipps habt ihr für eure (zukünftigen) Kunden? Wie können sie ihr Zuhause umweltfreundlicher gestalten? 

Es gibt unzählige Ideen, aus denen man tolle Möbel schaffen kann. Am meisten fasziniert uns die Wiederverwendung von Europaletten. Wir haben da ein Österreichisches Unternehmen entdeckt, dass ganz tolle Möbelstücke aus eben diesen Europaletten herstellt: palettenmoebel.at.

Eine weitere tolle Seite ist www.andersdenken.at/upcycling-kreativitaetstraining. Da kann man sich auf jeden Fall wunderbar inspirieren lassen!

Wann soll es losgehen?

Wenn wir unser Crowdfunding erfolgreich abschließen und eine geeignete Immobilie finden, wird das Café noch in diesem Jahr eröffnen. Leider ist es nicht leicht, in einer Stadt wie Köln die geeignete Lokalität zu finden. Wir sind aber voller Tatendrang dabei und können es kaum abwarten, bis wir die Pforten öffnen können.

Könnt ihr schon ein Lieblingsrezept verraten – für all jene, die sich nicht so lange gedulden können? 

Es gibt eine Kaffeespezialität, die wir persönlich sehr mögen. Das ist unser Kokos Latte. Man schäumt einfach anstatt der herkömmlichen Milch, Kokosmilch auf und bereitet diese mit einem Espresso zu. Ein exotisch-cremiges Kaffeeerlebnis!


So stellen die beiden ihr Projekt im Video vor:

Sind Veganer bessere Menschen?

Bist du ein besserer Mensch, weil du Veganer bist? Diese Frage wird Veganern in Interviews und Gesprächen (oder auch nur in Gedanken) gerne gestellt. Meine Antwort: Ob ich besser bin als andere Menschen – diese Frage kann und will ich nicht beantworten. Aber eines weiß ich ganz sicher: Mein veganes Ich ist besser mein früheres Ich.

Es gab mal eine Zeit, in der ich jeden Tag gedankenlos Milch in meinen Kaffee schüttete und in der Pizza mit Käse und Döner mit Tzatziki zu meinen Leibspeisen gehörten. Unterbewusst nagte es schon damals in mir : Ich ahnte, dass für meinen Genuss Tiere leiden mussten, doch ich verschloss lieber die Augen davor, statt mich damit beschäftigen. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß, dachte ich – und wenn ich nicht genau weiß, wie sehr die Tiere leiden, dann muss ich auch mein Verhalten nicht ändern. Manchmal wurden die Stimmen zu laut – dann lebte ich eine Zeit lang vegetarisch, nur um irgendwann wieder schwach zu werden. Ich wusste nicht viel über das Leiden der Tiere – es war mehr ein Gefühl, dass es besser sei, vegetarisch zu leben und dieses Gefühl ließ sich ganz gut verdrängen, wenn die Chicken McNuggets wieder unwiderstehlich wirkten.

Eines Tages beschloss ich, mich intensiv mit der Tierhaltung zu beschäftigen. Mir war bewusst, dass ich dann wahrscheinlich dauerhaft vegetarisch leben würde – und so kam es auch. Veganer hielt ich weiterhin für militante Spinner: Wozu auf Milch und Käse verzichten, wenn dafür kein Tier getötet wird? Doch diese Einstellung änderte sich, je mehr Bücher ich zu dem Thema las,je mehr Dokumentationen ich sah und  je mehr ich mit Veganern in Kontakt kam. Ich lernte, dass Kühe geschwängert werden und ihnen die Kälber weggenommen werden, um an ihre Milch zu kommen. Ich lernte, dass männliche Küken geschreddert oder vergast werden, weil sie keine Eier legen. Und ich lernte, dass die Massentierhaltung von Bienen noch schlimmer ist als die von Schweinen. Und so entschied ich mich, vegan zu leben.

Inzwischen bin ich sicher, dass ich nicht „rückfällig“ werde. Meine Lebensweise und Ernährung fußt nicht mehr nur auf einem vagen Gefühl, sondern auf dem Wissen um das Leid und den Tod vieler Tiere. Die Tatsache, dass ich jetzt hinsehe und meinen kleinen Einflussbereich soweit wie möglich nutze, statt die Augen vor dem Leid dieser Tiere zu verschließen, macht mich zu einem besseren Menschen als zuvor.

Im Laufe seines Lebens isst ein Deutscher nach Berechnungen des Vegetarierbunds im Schnitt 4 Kühe und Kälber, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Truthähne, 46 Schweine und 945 Hühner – das sind insgesamt 1.094 Tiere. Hinzu kommen noch unzählige Fische und andere Meerestiere. Und auch die Tiere die für Milch, Eier und Honig sterben müssen, sind noch nicht eingerechnet. Als Veganer rette ich natürlich nicht zwangsläufig rund 1000 Tiere – schließlich werden wegen einem einzelnen Veganer nicht gleich weniger Tiere geschlachtet. Doch zumindest bin ich nicht mehr direkt für den Tod dieser Tiere verantwortlich.  Grafik: Fleischatlas 2013, CC-BY-SA.

Im Laufe seines Lebens isst ein Deutscher nach Berechnungen des Vegetarierbunds im Schnitt 4 Kühe und Kälber, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Truthähne, 46 Schweine und 945 Hühner – das sind insgesamt 1.094 Tiere. Hinzu kommen noch unzählige Fische und andere Meerestiere. Und auch die Tiere die für Milch, Eier und Honig sterben müssen, sind noch nicht eingerechnet. Als Veganerin rette ich natürlich nicht zwangsläufig rund 1000 Tiere – schließlich werden wegen einem einzelnen Veganer nicht gleich weniger Tiere geschlachtet. Doch zumindest bin ich nicht mehr direkt für den Tod dieser Tiere verantwortlich.  Grafik: Fleischatlas 2013, CC-BY-SA.

Doch es ist mehr als das: Ich bin nicht nur den Tieren gegenüber verantwortungsbewusster, sondern auch offener gegenüber anderen Themen. Ich habe gelernt, die Dinge anzuzweifeln und genauer hinzusehen, statt die Augen zu verschließen. Ich achte darauf, möglichst viele regionale und biologisch angebaute Lebensmittel einzukaufen, um das Klima zu schonen und weniger Gift in den Boden zu leiten. Ich versuche, möglichst wenig Müll zu produzieren. Ich fahre öfter mit dem Fahrrad oder der Bahn als mit dem Auto. Und auch chemische Reinigungsmittel kommen mir kaum noch ins Haus.

Andererseits gibt es auch viele Lebensbereiche, von denen ich genau weiß, dass sie sich noch optimieren lassen, mit denen ich mich aber noch nicht näher beschäftigt habe. Mit der Herstellung unserer Kleidung, der Produktion von Möbeln oder technischen Geräten. Mit Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern. Mit der Armut in unserer Heimat und in anderen Ländern. Und es gibt viele Produkte, die zwar vegan sind, aber dennoch den Tieren, dem Planeten oder anderen Menschen schaden: Der Anbau von Tee oder Schokolade wird meist auf dem Rücken anderer Menschen ausgetragen. Für die Bestäubung von Mandeln werden Bienen kilometerweit durch die Gegend gekarrt. Unter T-Shirts aus Acryl haben tausende Meeresbewohner und Vögel zu leiden. Und auch die Klimabilanz von Tropenfrüchten ist erschreckend.

All dies erklärt, warum ich mich nicht mit anderen Menschen vergleichen möchte. Vielleicht kauft mein Gegenüber ausschließlich Fairtrade-Kleidung, vielleicht verzichtet es auf Cashews, Mandelmus und tropische Früchte, um das Klima zu schonen. Viele Menschen haben es geschafft, weitgehend plastikfrei zu leben. Einige kaufen nur noch regional ein und lassen Online-Shops links liegen. Oder sie machen nur noch Urlaub in der Region, statt mit dem Flugzeug um die Welt zu jetten. Ich habe mich entschieden, vegan zu leben, weil dies für mich der richtige Anfang schien. Doch ich weiß, dass ich noch viel mehr tun kann und auch möchte. Und mir ist bewusst, dass es viele andere Möglichkeiten gibt, sich für eine bessere Welt zu engagieren.

Jeder Mensch leistet auf seine Weise einen Beitrag. Ich möchte mir nicht anmaßen, meine Lebensweise als die bessere hinzustellen. Doch ich würde mich freuen, wenn wir alle unsere Augen öffnen und uns mehr damit beschäftigen, wie wir die Welt jeden Tag ein bisschen besser machen können. Statt uns gegenseitig zu vergleichen, sollten wir versuchen, an uns selbst zu arbeiten. Um dann am Ende sagen zu können: Ich weiß nicht, wer von uns der bessere Mensch ist. Aber ich weiß, dass ich heute besser bin als ich es gestern war. Und das ist alles, was für mich von Bedeutung ist.

Vegane Orangen-Möhren-Ingwer-Suppe

Orangen-Ingwer-Suppe-beevegan

Zutaten:

  • 1 Gemüsezwiebel
  • 1 Stück Ingwer
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 kg Möhren
  • 6 Kartoffeln
  • 4 Bio-Orangen
  • 1,5 Liter Gemüsebrühe
  • Öl
  • Salz und Pfeffer
  • Pistazien oder andere Nüsse (optional)
  • ein Schuss Sojasahne (optional)
  • geröstete Zwiebeln (optional)

Die Zwiebel, den Ingwer und den Knoblauch schälen und klein würfeln. Die Kartoffeln und die Möhren schälen und grob in Würfel schneiden.

Die Zwiebeln, den Ingwer und den Knoblauch in etwas Öl anbraten, die Kartoffeln und Möhren hinzugeben und kurz mitbraten. Mit der Gemüsebrühe ablöschen und ca. 30 Minuten köcheln lassen. Anschließend pürieren.

Die Nüsse in einer Pfanne kurz anrösten.

Von zwei Orangen die Schale abreiben und sie gemeinsam mit den anderen auspressen. Den Orangensaft und die geriebenen Orangenschalen zu der pürierten Suppe geben. Mit gerösteten Pistazien, Zwiebeln und einem Schuss Sojasahne dekorieren.

Lasst es euch schmecken!

Veganes Soja-Frikassee mit Rosa Pfeffer

2014-05-14 19.34.16

Kennt ihr Rosa Pfeffer? Ich habe ihn erst kürzlich entdeckt und bin bereits ein großer Fan. Eigentlich ist Rosa Pfeffer, auch als „Rosa Beeren“ oder „Rosé Pfeffer“ bekannt, kein echter Pfeffer, doch die Beeren werden dem buntem Pfeffer oft aus optischen Gründen anstelle des verderblichen roten Pfeffers beigemischt. Die Beeren gibt es auch einzeln zu kaufen. Meine Empfehlung: Unbedingt kaufen! Der Geschmack erinnert an Pfeffer, ohne scharf zu sein. Und auch optisch machen die Beeren echt was her.

Heute habe ich die Beeren zur Würzung eines veganen Frikassees verwendet. Ihr könnt es natürlich auch mit normalem Pfeffer zubereiten.

Ihr braucht:

  • 2 Zwiebeln
  • 300 g Pilze
  • 250 g Erbsen
  • 300 g Spargel, gekocht oder aus der Dose
  • 420 g Ananas, frisch oder ungesüßt aus der Dose
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 150 g Sojaschnetzel
  • 500 g Sojasahne
  • Sojasoße
  • 2 Lorbeerblätter
  • 3 Nelken
  • 1 Würfel Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer
  • Öl
  • Rosa Pfeffer (optional), im Mörser zerstoßen
  • Curry (optional)

Zubereitung:

Die Zwiebeln schälen und würfeln, die Pilze putzen und in Würfel schneiden. Die Ananas und den Spargel in mundgerechte Stücke schneiden. Die Sojaschnetzel nach Packungsanleitung in kochendem Wasser mit Sojasauce zubereiten und ausdrücken.

Die Zwiebel in etwas Öl anbraten, die Sojawürfel dazugeben und scharf anbraten. Die Pilze hinzugeben und mitbraten, anschließend die Erbsen hinzugeben und kurz mitbraten. Mit Sojasahne ablöschen, den Brühwürfel und die Gewürze hinzugeben. Wenn die Erbsen weich genug sind, die Ananas und den Spargel hinzugeben und erwärmen. Zum Schluss den Zitronensaft dazugeben. Guten Appetit!

Das gläserne Schlachthaus

Wenn Schlachthäuser Wände aus Glas hätten, wäre jeder Vegetarier.
(Paul McCartney)

Das habe ich bisher auch immer geglaubt. Aber Paul McCartney hat sich geirrt. Und ich mich ebenso. Denn in Dänemark gibt es ein Schlachthaus mit gläsernen Wänden. Und die Besucher kommen in Scharen – ohne anschließend zu Vegetariern zu werden.

Für die Tiere bedeuten die gläsernen Wände auf den ersten Blick eine Verbesserung: Wenn der Verbraucher die Schlachtung beobachtet, sind leidende Tiere unerwünscht. Doch ein solcher Vorzeigeschlachthof birgt auch eine Gefahr. Zu leicht kann man damit den Menschen ein gutes Gewissen einreden: „Wenn das Schlachten so unblutig und effizient vonstatten geht, dann kann ich ja weiterhin Fleisch essen.“

Nur leider ist diese Form der Schlachtung die große Aufnahme. Neben dem gläsernen Schlachthof von Danish Crown gibt es Tausende andere, in die kein Fotograf, kein Journalist und kein Kunde hineingelassen wird. So bleibt den Blicken der Verbraucher verborgen, wie jeden Tag abertausende Tiere qualvoll sterben und ihre Zerlegung miterleben.

Schweine werden in der Regel mit CO2 betäubt. Bei dieser Methode kann es bis zu eine Minute lang dauern, bis die Tiere bewusstlos sind. Der qualvolle Erstickungstod äußert sich in heftigen Fluchtversuchen, Strampelbewegungen, Lautäußerungen und Atemnot. Auch kommt es vor, dass die Tiere nicht richtig betäubt werden. Schätzungsweise eine halbe Million Schweine wacht jedes Jahr im Brühbad wieder auf, um mitzuerleben, wie sie mit heißem Wasser übergossen werden. Und auch bei Rindern oder Hühnern gibt es eine hohe Fehlerquote. Bei Tierrechtsorganisationen wie der Albert Schweitzer Stiftung, Provieh und dem Vegetarierbund kann man sich über diesen Schlachtprozess ausreichend informieren.

 

Doch selbst wenn wir davon ausgingen, dass jeder Schlachthof so arbeiten würde wie das gläserne Beispiel von Danish Crown, bleibt das Wesentliche immer noch vor unseren Blicken verborgen: Wie wachsen die Schweine auf, bevor sie im Sekundentakt abgestochen werden? Sind sie artgerecht aufgewachsen, hatten sie ein glückliches Leben?

Schaut man sich die aktuellen Rahmenbedingungen auf, unter denen Schweine aufwachsen müssen, ist davon nicht auszugehen. In der Massentierhaltung vegetieren sie in engen, dunklen und stinkenden Ställen bewegungslos vor sich hin. Mangels Beschäftigungsmöglichkeiten werden sie verhaltensauffällig: Sie beißen sich gegenseitig in den Schwanz oder neigen zum Kannibalismus. Um dies zu verhindern, kupiert man ihnen prophylaktisch die Schwänze – ohne Betäubung. Viele Rassen legen so schnell an Gewicht zu, dass das Skelett entwicklungstechnisch nicht mitkommt. Dann brechen die Beine, weil das Tier sich selbst zu schwer wird.

Schweine leben natürlicherweise in kleinen Gruppen etwa 20 bis 30 ausgewachsenen Tieren. Sie bauen sich witterungsgeschütze Nester, die täglich neu angelegt oder ausgebessert werden und verbringen die meiste Zeit mit der Nahrungssuche. Als Allesfresser greifen sie auf ein breites Nahrungsspektrum zurück und legen dabei große Strecken zurück. Entgegen landläufiger Meinung sind sie ausgesprochen saubere Tiere; ihre Kotplätze sind weit vom Schlafplatz entfernt. Dieses Verhalten zeigen – trotz jahrzehntelanger Züchtung – auch Hausschweine, die aus einer Massentierhaltung in eine natürliche Umgebung gebracht wurden.

In der Massentierhaltung leben die Mastschweine dicht gedrängt in dunklen Ställen, leiden unter Kreislaufschwäche, Gelenk- und Muskelkrankheiten, Druckstellen, Hautabschürfungen und Klauenverletzungen. Die meisten Tiere leben auf Spaltenböden, unter denen Kot und Urin gesammelt werden. Der Gestank ist für die Schweine mit ihrem hochentwickelten Geruchsinn eine Qual und führt zu Lungenschäden und Husten. In natürlicher Umgebung würden sie ihr „Geschäft“ nie dort verrichten, wo sie schlafen.

Selbst die Bioschweine leben nicht alle im Freiland. Ein Biomastschwein hat wenigstens doppelt so viel Platz im Stall wie die konventionellen Leidensgenossen – doch das sind gerade einmal rund 2 Quadratmeter. Zudem haben sie ein Anrecht auf eine Auslauffläche im Freien. Nur ist die oft winzig und erinnert eher an eine Art Außenklo, berichtet Andreas Grabolle in „Kein Fleisch macht glücklich“. Die Haltungsbedingungen von Bioschweinen hat der Verein „Die Tierfreunde“ (heute Animal Rights Watch) in einem Video dokumentiert.

 

So lange Haltung und Schlachtung vor den Blicken der Verbraucher verborgen bleiben, so lange müssen die Tiere hinter verschlossenen Türen leiden. Der gläserne Schlachthof von Danish Crown sorgt zumindest dafür, dass die Tiere unter besseren Bedingungen getötet werden. Doch müssen wir auch so konsequent sein und alle Betriebe so transparent ausrichten – in der Haltung wie in der Schlachtung. Ich kenne genug Menschen, die „ausschließlich Biofleisch essen“, um dann beim Döner nicht genau hinzuschauen. Die Bedingungen sollten für jedes einzelne Tier, das auf der Fleischtheke liegt, offen gelegt werden.

Ich persönlich könnte trotzdem nicht damit leben, dass für meinen Genuss ein Tier getötet wird. Aber wenn durch transparentere Betriebe bessere Bedingungen für die Tiere geschaffen werden können und den Menschen wieder stärker bewusst wird, dass für ihr Stück Fleisch ein Lebewesen sterben muss, dann ist das durchaus ein Schritt in die richtige Richtung. Und wer weiß, vielleicht wird diese Offenlegung dann doch noch den ein oder anderen Besucher zum Vegetarier machen. Den Tieren wäre es zu wünschen.

Quellen:

Veganes Gulasch mit Paprika, Tomaten, Sojawürfeln und Gewürzgurken

Veganes_Gulasch_beevegan

Seit wir vegan leben, essen wir viel öfter Hausmannskost als früher. Die Grundzutaten hat man dank der langen Haltbarkeit von Sojaprodukten immer im Haus, die Rezepte sind in der Regel recht simpel – und es schmeckt einfach superlecker! In Anlehnung an ein traditionelles Rezept für spanisches Rotweingulasch habe ich dieses Rezept für ein veganes Gulasch entwickelt.

Zutaten für ca. 5 Portionen:

  • 300 g Sojawürfel
  • 3 Zwiebeln
  • 800 g Tomaten (frisch oder aus der Dose)
  • 3 Paprika
  • 150 g Gewürzgurken
  • 170 ml Gurkensud von den Gewürzgurken
  • 250 ml veganen Rotwein
  • 100 ml Gemüsebrühe + Brühe für die Sojawürfel
  • Salz, Pfeffer, Paprika (oder eine Gulasch-Gewürzmischung)
  • Sojasauce
  • evtl. ein Schuss Sojasahne

Zubereitung: 

  • Die Sojawürfel nach Packungsanleitung in Brühe ziehen lassen. Anschließend mit einem Sieb abgießen und gut ausdrücken, damit sie schön trocken sind (ich mache das immer mit einem Kartoffelstampfer im Nudelsieb).
  • In der Zwischenzeit die Paprika, Zwiebeln und ggf. die Tomaten würfeln.
  • Die Sojawürfel in einer Pfanne scharf anbraten und rösten, die Zwiebeln hinzugeben und ebenfalls leicht braun werden lassen. Mit Sojasauce, Rotwein und Gemüsebrühe ablöschen.
  • Den Gurkensud, die Tomaten und Paprika hinzugeben und das Gulasch 20 bis 30 Minuten köcheln lassen (je nachdem, wie weich die Paprika werden sollen).
  • In der Zwischenzeit die Gewürzgurken würfeln und sie kurz vor dem Ende der Garzeit hinzugeben.
  • Mit Paprika (oder Gulaschgewürzmischung), Salz, Pfeffer und Sojasauce abschmecken. Wer mag, kann noch einen Schuss Sojasahne hinzugeben.

Dazu passen Nudeln oder vegane Knödel (ich nehme immer die von Bruno Fischer bzw. Eden).

Lasst es euch schmecken!